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Erster Tandemsprung von Norman

Mein erster Fallschirmsprung von Norman Hille

Tandemsprung – Erlebisbericht

Es ist Sonntagmittag, die Sonne scheint und ich werde versuchen den Vögeln heute mal das nach zu machen, wofür sie von uns Menschen schon seit Urzeiten beneidet werden: Das Fliegen!

Oder zumindest teilweise nachmachen: Aus 4000 m aus einem Flugzeug springen, 50 Sekunden lang mit 200km/h Richtung Erde krachen und für eine knappe Minute alles vergessen womit man sich in seinem “normal Sterblichen” Leben so beschäftigt.

Als wir gegen 14 Uhr den Sprungplatz erreichen gibt es dann kein zurück mehr.

Es gibt eine Einweisung, wie man am besten raus springt, welche Stellung man einnehmen soll um dem Tandemmaster nicht ganz aus dem Konzept zu bringen und dann heißt es warten.

Es kommen die üblichen Gedanken dazu wie: Was ist wenn der Fallschirm sich nicht öffnet, mit wem springe ich, was ist wenn ich die Stellung beim raus springen nicht hinbekomme…und und und. Natürlich will ich mir meine Nervosität auch nicht anmerken lassen, und glücklicherweise je länger man den Fallschirmspringern zusieht, wie sie runterkommen, die lachenden Gesichter, die Hektik um ja beim nächsten Fallschirmsprung wieder dabei zu sein, die strahlenden Augen der Tandemgäste, umso mehr weicht die Anspannung einer Vorfreude auf etwas das man ohne es getan zu haben wohl niemals in Worte fassen kann.

Dann höre ich meinem Namen, alles klar, jetzt oder nie. Ich gehe zu meinem Tandemmaster Peter, der gerade dabei ist den Fallschirm wieder zu packen und mir zu verstehen gibt schon einmal den Anzug an das Gurtzeug anzuziehen. Ich merke wie mein Puls schneller zu schlagen beginnt und ehe ich mich versehe stehen wir vor unserem Flieger. Sie kommt mir vor wie ein Überbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg, aber laut der Springer ,,die geilste Maschine’’. Ich bespreche mit Peter die letzten Einzelheiten.

Es geht los. Mit 15 Mann im Heck wird gestartet. Wir sitzen auf dem Boden eng an eng und langsam wird mir bewusst dass ich gleich zum ersten Mal in meinem Leben aus einem Flugzeug springen werde…und das freiwillig. Ich beobachte die Leute und man erkennt sofort die Alten Hasen, lachend und scherzend sitzen sie entspannt da und warten bis wir die gewünschte Höhe erreicht haben. Das Mädchen neben mir hat wohl auch ihren ersten Sprung, wie ich anhand der Schnapp-Atmung vermute und auch mir läuft langsam der Schweiß…

Dann geht’s los, das Rolltor öffnet sich, wie in Trance nehme ich die Gesichter, das Jubeln und unseren Gang zum Rolltor wahr. Ein letztes Schulterklopfen ob alles o.k. ist und wir lassen den Haltegriff, die letzte Möglichkeit zur Umkehr, los….und fliegen!

Wir rasen auf die Erde zu, alles kommt mir nur wie ein paar Sekunden vor.

Das anfängliche ,,oh mein Gott was passiert hier’’ weicht einem Dauerschrei gefüllt mit

Adrenalin, Endorphin, und einem Hauch Unsterblichkeit. Nachdem wir die Wolkenkante passiert  haben zieht der Peter die Reißleine, es gibt einen kleinen Ruck und man fühlt sich für einen Moment schwerelos. Langsam gleiten wir die letzten 1500m hinab und mir fällt wieder ein: Du hast doch Angst vor großen Höhen! Aber viel wichtiger ist die Frage:

Wann und Wo kann ich mit der Ausbildung beginnen!?!

Großes Dank an Peter, meinem Tandemmaster, der für jeden Spass zu haben ist und ohne den der Sprung mit Sicherheit nur halb so gut gewesen wäre ;-)